Der Glasfaserausbau in Deutschland bleibt dynamisch – gleichzeitig verschieben sich die Schwerpunkte innerhalb der Branche. Während in den vergangenen Jahren vor allem der möglichst schnelle Ausbau neuer Netze im Mittelpunkt stand, gewinnen inzwischen die Auslastung bestehender Infrastrukturen, die Aktivierung von Kundenanschlüssen und die Wirtschaftlichkeit der Netze zunehmend an Bedeutung.
Die aktuellen Ausgaben des BREKO Media Monitorings zeigen zudem, dass Open Access eine immer größere Rolle spielt. Branchenverbände und Netzbetreiber diskutieren verstärkt darüber, bestehende Glasfaser- und Mobilfunknetze für weitere Anbieter zu öffnen. Ziel ist es, vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen, unnötige parallele Netzausbauten zu vermeiden und gleichzeitig den Wettbewerb auf den Netzen zu stärken.
Auch regulatorische Entwicklungen, etwa beim Zugang zu Leerrohren und anderen bestehenden Infrastrukturen, begleiten diese Entwicklung. Insgesamt zeigt sich: Der erfolgreiche Glasfaserausbau wird künftig nicht allein daran gemessen, wie viele Kilometer Netz gebaut werden, sondern zunehmend auch daran, wie effizient die geschaffene Infrastruktur genutzt und vermarktet wird.
Das Gigabitbüro des Bundes informiert aktuell über zwei Entwicklungen, die eine effizientere Planung des weiteren Gigabit-Ausbaus unterstützen sollen.
Im Rahmen des europäischen Gigabit Infrastructure Act (GIA) wurde untersucht, wie bestehende physische Infrastrukturen aus den Bereichen Energie, Wasser, Verkehr und Telekommunikation stärker für den Glasfaser- und Mobilfunkausbau mitgenutzt werden können.
Eine bessere Verfügbarkeit entsprechender Infrastrukturdaten soll dazu beitragen, Synergien frühzeitig zu erkennen, vorhandene Strukturen einzubeziehen und Ausbauvorhaben effizienter zu planen.
Parallel wird das Gigabit-Grundbuch um zusätzliche Informationen zu öffentlichen Liegenschaften erweitert. Neue Liegenschaftsdaten sollen die Suche nach geeigneten Standorten erleichtern und damit die Planung von Glasfaser- und Mobilfunkinfrastrukturen unterstützen.
Ziel ist es, Planungsprozesse zu vereinfachen und den Ausbau digitaler Infrastruktur weiter zu beschleunigen.
Die Interessenbekundungsphase der Netzbetreiberausschreibung 2026-I ist abgeschlossen.
Der Zeitraum der Interessenbekundung musste im Verlauf des Verfahrens deutlich verlängert werden. Hintergrund waren umfangreiche Fragestellungen eines Telekommunikationsunternehmens, die zunächst umfassend förder- und beihilferechtlich geprüft und geklärt werden mussten.
Nach Abschluss dieser Phase haben sich mehrere Telekommunikationsunternehmen für das weitere Verfahren qualifiziert. Bis Ende September läuft nun die Phase der Angebotsaufforderung.
Im Anschluss werden die eingegangenen Angebote geprüft und das weitere Vergabeverfahren vorbereitet.
Die ursprünglich vorgesehene Netzbetreiberausschreibung 2026-II wurde aufgehoben.
Hintergrund sind umfangreiche Adressabmeldungen der Deutschen Glasfaser im Rahmen des Markterkundungsverfahrens 2026 gegenüber dem vorherigen Stand aus dem Jahr 2025.
Auf Grundlage dieser veränderten Ausgangslage werden derzeit gemeinsam mit den betroffenen Kommunen die erforderlichen Gemeinderatsbeschlüsse für das weitere Vorgehen vorbereitet.
Erste Beschlüsse wurden bereits gefasst. Bis Mitte November sollen die notwendigen Beschlüsse in allen betroffenen Kommunen vorliegen.
Anschließend ist vorgesehen, die Netzbetreiberausschreibung 2026-II im Dezember 2026 neu zu starten.
Auch das Dynamische Beschaffungssystem für Tiefbauleistungen wird weiter vorangetrieben.
Im Rahmen des laufenden Verfahrens haben bereits mehrere Unternehmen ihre Teilnahmeanträge eingereicht und damit ihr Interesse an einer Beteiligung bekundet.
Für die weiteren Ausschreibungen müssen insbesondere die zeitlichen Abläufe der Netzbetreiberausschreibungen sowie mögliche technische Abstimmungen zwischen verschiedenen Ausbauphasen und Netzbetreibern berücksichtigt werden.
Damit können die Tiefbauvergaben auf die weiteren Verfahrensschritte abgestimmt und die Voraussetzungen für eine koordinierte Umsetzung geschaffen werden.
Für die anstehenden kommunalen Haushaltsplanungen bereitet die Breitband Ortenau derzeit die relevanten Daten für jede Kommune individuell auf.
Damit sollen die Städte und Gemeinden eine aktuelle und einheitliche Grundlage für ihre weiteren finanziellen Planungen im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau erhalten.
Die kommunenspezifischen Unterlagen werden nach Abschluss der Aufbereitung zentral im SharePoint bereitgestellt.
Die Daten können anschließend direkt für die weitere Haushaltsplanung genutzt werden.